Der Kindergarten in Laeven um 1957.

Mitglieder //

Die SEELAND Medienkooperative ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Anett Vietzke, Thomas Knapp und Holger Lauinger wurden auf der Gründungsversammlung als vertretungsberechtigte Vorstände gewählt. Alle Mitglieder arbeiten gleichberechtigt. Das wichtigste Gremium ist die Mitgliederversammlung.

Thomas Knapp ist Autor und Filmemacher und lebt in Berlin. Neben eigenen, vornehmlich fiktionalen Projekten konzipiert und leitet er medienpädagogische Projekte für Kinder und Jugendliche. Um diese Tätigkeit auszubauen und ein breiteres Spektrum an schauspielerischer Methodik und pädagogischen Mitteln zu erlangen, begann er im Sommer 2014 eine Ausbildung zum Theaterpädagogen. Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen, aus deren Biografien heraus, greifbar und beschreibbar werden zu lassen, ist ein Grundanliegen an dieser Arbeit. Besonderes Interesse gilt jenen, die sonst keinen Zugang zu künstlerischen Ausdrucksformen erhalten würden und denen die Kraft des Schauspiels helfen kann, eigene Prozesse zu verstehen oder zu verarbeiten.

Anett Vietzke ist Autorin, Redakteurin und Produzentin. Sie engagiert sich für ästhetische und technische Medienbildung, eine kritisch-visionäre Kultur- und Medienpraxis und kreative Ethik im Kontext einer diversen, partizipativen und sozialökologischen Gesellschaft. Von 2009 bis 2014 realisierte sie als Autorin und Regisseurin, Kuratorin und Projektleiterin im Kontext des Künstlerinnenkollektivs Volumen Express and Friends (Oslo) und documentary in context (Berlin) Ausstellungen, Workshops, Filmprogramme und Filmarbeiten für Hong-Gah Museum (Taiwan), Kav16 Community Gallery (Tel Aviv), Club Cultural Matienzo (Buenos Aires), Black Box Theater (Oslo) oder Sophiensaele (Berlin) zu den Themen Arbeit und Identität, Ökonomie und Krise. Seit 2014 berät und unterstützt sie gemeinnützige Organisationen, Stiftungen und Kulturinstitutionen in den Bereichen strategische Gesellschaftskommunikation und Redaktion für audiovisuelle, digitale und soziale Medien. Sie ist Mitglied von Pro Quote Regie.

Holger Lauinger arbeitet als Journalist und Filmemacher. Ihn interessieren die Konstruktion von Umwelten und ihre sozialen Realitäten. Seine Arbeiten fokussieren seit vielen Jahren Themen und Akteure des sozialökologischen Kulturwandels. Fachkenntnisse und persönliche Beobachtungen im städtischen wie ländlichen Raum inspirieren ihn zur Entwicklung von Filmkonzepten. Dabei sind ihm selbstorganisierte Commons- oder kooperative P2P-Projekte ein besonderes Anliegen. Seit 2008 ist er Jurymitglied der Provinziale (Sektion Langer Dokumentarfilm) des Filmfestes Eberswalde. Gemeinsam mit Daniel Kunle gründete er 2008 die Sein im Schein Filmproduktion. 2009 bis 2011 arbeitete er als wissenschaftlicher Referent im Bundestag zu alternativen Konzepten des „Aufbau Ost“.

Verena Kyselka geboren in Erfurt aufgewachsen in der DDR, lebt und arbeitet in Berlin. 1990 gründete sie zusammen mit der Künstlerinnengruppe exterra XX das Kunsthaus Erfurt, wo sie bis 2007 internationale künstlerische Austauschprojekte kuratierte. 1997-2003 studierte sie Freie Kunst an der Bauhaus Universität Weimar und ESBA Genf. Seitdem arbeitet sie mit Video, Performance und Installation. Ihre zahlreichen internationalen Projekte über soziale, nationale Identität und Zeitgeschichte entstanden im interkulturellen Austausch in Osteuropa, wie Albanien, Armenien, Georgien und auch in Bangladesh, Indien, China, Taiwan und Australien.

Tanja Vietzke arbeitet als Studienrätin für die Fächer Bildende Kunst und Deutsch. Schwerpunkte ihrer pädagogischen Interessen liegen in einer differenzierten Auseinandersetzung mit der tiefgreifend medialisierten Alltagswelt unserer Kultur als auch in der Vermittlung von künstlerischen Strategien und Bildkonzepten.  In ihrer eigenen künstlerischen Tätigkeit interessiert sich Tanja Vietzke seit einiger Zeit vor allem für die Verknüpfung von intuitivem Handeln und kreativer Bildproduktion.

Mark Wagner arbeitet als freier Fotograf, Filmemacher und Trainer in Berlin und ist Kameramann im Berliner Kollektiv der Kameradist*innen.
Geboren wird er in der DDR. Laufen lernt er in Mosambique. Seit früher Jugend faszinieren ihn Geschichten und Bilder. Doch Wagner glaubt an die Zwänge der Realität und studiert Jura. Er arbeitet als rechtswissenschaftlicher Berater für einen Landtagsabgeordneten, später für einen Bundestagsabgeordneten. Er schreibt als Ghostwriter unzählige Reden, Aufsätze, Zeitungsartikel, wissenschaftliche Beiträge und lernt das politische Geschäft ebenso gründlich kennen wie überhaupt nicht lieben. 2011 stellt er sein Leben auf den Kopf, gründet die Kameradist*innen, wird Redaktionsmitglied des „Prager Frühlings“, fotografiert u.a. für Geo Saison, das Projekt „Bosniens Stimmen“ und für verschiedenen Universitäten sowie Forschungsgemeinschaften.

Peter Grundmann ist in Röbel/Müritz geboren und lebt in Berlin. Er arbeitet in den Bereichen Architektur und Film. In seinen Arbeiten steht weniger Symbolik oder Form im Fokus des Entwurfes, sondern die Zwänge eines äußeren und inneren Kontextes. Ein Weniger an Intention des Entwerfers erzeugt ein Mehr an performativen Möglichkeiten für den Nutzer. Es geht dabei auch um die Entwicklung von Strategien, den Entwurfs- und Realisierungsprozess den Zwängen des Marktes zu entziehen, um mit geringen finanziellem Mitteln qualitativ gute Ergebnisse zu erzielen.

Veronika Bökelmann ist Medien- und Performance- Künstlerin. Ausgehend vom Körper, interessiert sie sich für das sinnlich-affektive Erleben der Menschen in der gegenwärtigen politischen Ökonomie. Viele ihrer Arbeiten beschäftigten sich zudem mit dem Verhältnis von Archiv, Körper, Erinnerung und Stadtraum wie der Audio-Video-Stadtrundgang Present Past in Oslo, 2013 oder die Theaterinstallation Tyskerjenter – Kriegsbräute auf der Insel Hovedoya in Oslo, 2008. Aufenthalte in Argentinien und die Kooperation mit dem gemeinschaftlich organisierten Club Cultural Matienzo (Buenos Aires) inspirierten sie, die Produktionsstrukturen in Kunst und Kultur zu hinterfragen und nach anderen Modellen zu suchen. So entstanden in Kooperation mit Anett Vietzke und Volumen Express and Friends (Oslo) unter anderem das Symposium und die Filmreihe Argentina Vice Versa, über das Neue Argentinische Kino als Effekt der ökonomischen Krise 2001. Aktuell ist Veronika Bökelmann künstlerische Mitarbeiterin für das Forschungsprojekt Migration von Räumen an der TU Berlin.

Johanna Ickert arbeitet als Kulturanthropologin, Regisseurin und Editorin im Bereich Nachhaltigkeitskommunikation. Zu ihren Themen zählen sozialökologische Transformationsprozesse, interaktive Erzählformen sowie wissenschaftliche und künstlerische Transdisziplinarität. Seit 2010 arbeitet sie regelmäßig für NGOs und Forschungsinstitutionen im Bereich Klima- und Nachhaltigkeitsforschung. Aktuell ist sie als Marie Curie Research Fellow an der Universität Plymouth (UK) tätig, wo sie im Rahmen ihrer Promotion das Potential audiovisueller interaktiver Erzählformen für die Wissenschaftskommunikation im Bereich der Klima- und Georisiken erforscht. Sie absolvierte mit Auszeichnung ein Studium der Europäischen Ethnologie, Soziologie und Publizistik an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Film- und Fernsehregie an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. Ihre Filme liefen auf internationalen Festivals und wurden mehrfach ausgezeichnet.

Viviana Uriona ist in Projekten in und um die freie Radioszene sowohl in Deutschland als auch transnational aktiv und arbeitet als freie Fotografin, Filmemacherin und Trainerin in Berlin. Im Berliner Kollektiv der Kameradist*innen führt sie die Regie. Geboren wurde sie in Argentinien und lebt seit 1996 in der Bundesrepublik. Sie studiert Politikwissenschaft, zunächst an der Universität zu Köln, dann an der Freien Universität Berlin. Zurzeit promoviert sie an der Universität Potsdam zu sozialen Bewegungen und freien Radios in Lateinamerika. Sie war innerhalb von Attac u.a. Mitglied des Koordinierungskreises, der AG-Lateinamerika und des Rates. Während der G8 Proteste (2007 / Rostock) koordinierte sie das Mediencenter, unterstützte weitere (Japan und Kopenhagen) mit ihrem Wissen und erarbeitete Radiofeatures. Zwischen 2009 und 2011 war sie Mitglied der Koordinationsgruppe des Bundesverbandes Freie Radios (BFR) und ist Mitglied des Community Media Forum Europe (CMFE).

Weitere Gründungsmitglieder sind Matthias Coers und Daniel Kunle.

Quellen: Fotografie aus der Laevener Ortschronik. Urheber*in unbekannt.  © die Bürger*innen der Ortschaft Laeven